Inhalte der Vorlesung im 2. Semester:
Organische Chemie mit Experimenten (4 SWS)
Informationsmaterial zur VorlesungLehrbücher (Beispiele, unvollständige Liste):
Für das Hauptfach Chemie z.B.
Für das Nebenfach Chemie z.B.
Für Hauptfach und Nebenfach gleichermaßen geeignet ist
Für Physikalisch-chemische und stereochemische Grundlagen auch:
Für Wirtschaftschemiker:
Experimente
Die Experimente und Demonstrationen dienen zur Vertiefung und weisen nachdrücklich auf den experimentellen Charakter der Chemie hin. Sie sind in die Vorlesungsmitschrift mit aufzunehmen und gegebenenfalls in angemessener Form zu erläutern.
Einleitung und Überblick
Die hier behandelten Verbindungsklassen der Organischen Chemie
Wichtige funktionelle Gruppen der organischen Chemie
Bauprinzip der Ringe (Cyclen und Polycyclen)
Monocyclen, Bicyclen, Tricyclen etc.
"Ankondensierte", anellierte Ringsysteme
Heterocyclen
Gesättigte, ungesättigte und aromatische Heterocyclen
Wertigkeiten
Bindigkeit, Oxidationsstufe, formale Atomladung, Ionenwertigkeit
Elektronegativitäten
Ermittlung chemischer Formeln
Chemische Bindung
C-Atom:
Grundzustand, angeregter Zustand, Valenzzustand, Hybridisierungskonzept, Atomorbitale (1s,2s,2p, Haupt (n)- und Nebenquantenzahlen (l), Zahl der Knotenflächen (sphärisch [n-l] und nicht-sphärisch [l]), Gestalt eines sp3 Hybridorbitals
Moleküle:
Bindende und antibindende Molekülorbitale durch Interferenz von Psi-Atom-Funktionen, Beispiele für H-H, C-C, C-H
Molekuelorbitale kann man hier berechnen und anschauenIsomerie und Stereochemie
Bau der Alkane: Bindungslänge, Bindungswinkel, Bindungsenergie
Unterteilung der (Struktur)isomerie:
Begriffe: Isomere, Homomere, Kongruenz, hierarchischer Aufbau der Isomerieunterarten
.
Beispiele für Konstitutionsisomere (Positionsisomere, Tautomere, Valenzisomere)
Beispiele für Stereoisomere: Diastereoisom. (Konfig.isom., Konform.isom.), Enantiomere (Konfig.isom., Konform.isom)
Der Dihedralwinkel (Diederwinkel): Energie vs. Dihedralwinkel – Diagramme für Ethan, n-Butan, Nomenklatur der Konformere (syn-periplanar etc.), Newman-Projektionen, Sägebock-Darstellungen, Keilstrichschreibweisen
Die in der Vorlesung verwendeten Animationen findet man hier Für eine problemlose Darstellung wird allerdings Netscape 4.7 mit dem plugin Chime benötigt.Alkane
Reaktionen: Verbrennung, Halogenierung, Sulfochlorierung, Pyrolyse
Synthesen: Kolbe, Wurtz
Photochemie: Absorption, UV-Vis-Spektrum, Lambert-Beer-Gesetz (E, e , c, d), Energie von 1 Mol Photonen der Wellenlänge l /nm
Radikalkettenreaktionen
Energieprofildiagramme: Energie (Enthalpie oder freie Enthalpie) vs. Reaktionskoordinate, Aktivierungsenergie (Arrhenius), Energieunterschied von Edukt und Produkt (D H oder D G)
Substitution: radikalische Substitution (SR2 oder SH2)
Cycloalkane
Konformationen, Konformere (3-, 4- , 5-, 6-Ring), Geometrie, Ringinversion (Vergleich mit NH3), Substituenten am Cyclohexanring: equatorial und axial, Verbrennungswärmen pro CH2-Gruppe in kcal/mol oder kJ/mol, Spannungsdefinition (Ringspannung oder Baeyer-Spannung, Torsionsspannung oder Pitzer-Spannung, van der Waals – Spannung, repulsive Effekte
Alkene
Das sp2-hybridisierte C-Atom, die C=C-Doppelbindung, p - und p *- Molekülorbitale, Geometrie der Doppelbindung
Electrophile Additionen an die C=C: Brom-Addition etc., Markownikow-Regel
Bildung von Carbenium-Ionen: Carbokationen, Carboniumionen, Stabilität der Carbeniumionen, Hyperkonjugation (+M-Effekt von Alkylgruppen), +I-Effekt von Alkylgruppen, sterischer Effekt von Alkylgruppen
Cis-Additionen: KMnO4
Cis-trans-Isomerisierung (photochemisch oder thermochemisch), Bedeutung für den Sehprozess (Photorezeptor ist das Diterpen Retinal im Rhodopsin)
Ozonisierung
Hydroborierung
Kationische, anionische und radikalische Polymerisation
Butadien und Diels-Alder-Reaktion (Cyclopentadien)
Alkine
Das sp-hybridisierte C-Atom, p - und p *- Molekülorbitale einer Dreifachbindung
Allen (Konstitutionsisomer zum Methylacetylen) und die kumulierten C=C, Stereochemie von Allen, Bildungswärme von Acetylen, Verbrennung, Synthesen (1. Aus CaC2, 2. Aus CH4), Salzbildung, Acidität verglichen mit Ethan und Ethylen, Elektronegativität von hybridisierten C-Atomen
Aromaten
Die drei besetzten Molekülorbitale des Benzols (Benzens)
Kékulé-Grenzstrukturen
Bindungslängen
Mesomeriestabilisierung aus Hydrierungsenthalpien
Regeln zur Mesomerie
Die Hückel-Regel
Electrophile Substitution am Aromaten SE und Substituenteneffekte (+M, -M, +I, -I, +M-Hyperkonjugativ, sterischer Effekt (ortho-Position!)
Seitenkettenbromierung in Toluol
Die heterocyclischen Aromaten Furan, Pyrrol, Thiophen und Pyridin und ihre Elektronenstruktur (Hybridisierung der Heteroatome, lone pairs etc)
Alkohole
Struktur, einsame Elektronenpaare oder lone pairs (1.Modell: p und ca. sp2 oder 2.Modell: 2mal ca. sp3), mehrwertige Alkohole
Darstellung:
Eigenschaften
Beispiele für wichtige Alkohole:
Menthol (Terpenalkohol), Ethylenglykol, Glycerin, Milchsäure (OH-Gruppen diskutieren!), Glucose (OH-Gruppen diskutieren!)
Ether
Struktur, einsame Elektronenpaare oder lone pairs, saure Etherspaltung, Autoxidation, Synthesen (1.aus Alkoholen mit Säuren, 2. Nach Williamson)
Beispiele für wichtige Ether:
Diethylether, Tetrahydrofuran, Oxiran (Ethylenoxid), 1,4-Dioxan, t-Butyl-methyl-ether, Tetrachlordibenzodioxin (TCDD)
Phenole
Phenole als Säuren, pKs-Werte von para-Me, -J, -F, -OMe, -CN, -NO2
Vergleich der drei Isomeren o-, m-, p-Nitrophenol (Acidität, Wasserdampfflüchtigkeit)
Reaktionen:
Electrophile Substitution
Polykondensation mit Formaldehyd (Phenoplaste, Bakelite)
Synthesen:
Raschig-Hooker (Oxychlorierung mit HCl + O2, dann Cl-OH Austausch)
Hock (aus Cumol)
Beispiele für wichtige Phenole:
Hydrochinon, Resorcin, Brenzcatechin (Catechol), Pyrogallol, Phloroglucin, Phenolphthalein, Adrenalin, Flavonoide
Amine
Basizität der Amine, pKS und pKB – Werte von Ammoniak, Methylamin, Dimethylamin, Trimethylamin, Anilin
Eliminierung von Ammoniumverbindungen zu Olefinen (Hoffmann-E.)
Reaktion von Aminen mit salpetriger Säure: Unterschied zwischen primären, sekundären und tertiären Aminen, Mechanismus, Toxikologie, aliphatische Diazoniumionen
Hinsberg-Trennung
Alkylierung von Aminen nach SN2
Mesomerie bei Vinylaminen (Enaminen) durch +M-Effekt
Beispiele für wichtige Amine:
Cholin, Acetylcholin, Aminosäuren, Adrenalin, Alkaloide (Chinin, Morphin, Atropin, Cocain)
Optische Aktivität
Polarimetrie
Zirkulardoppelbrechung (Drehung der Polarisationsebene von linear pol. Licht), Polarimeter, Polarisator, Analysator, Nicolsches Prisma, spezifische Drehung
Chiralität
Keine Drehspiegelachse (keine Spiegelebene, kein Inversionszentrum), asymmetrisches C-Atom, Chiralitätszentrum (stereogenes Atom), Enantiomere, racemische Gemische (Racemform), Racemat (nur im Festkörper)
Weinsäuren
(+)-, (-)-, mesoWeinsäure und Traubensäure
Nomenklatur
Fischer: D-Glycerinaldehyd als Bezugssubstanz, Fischer-Projektionen
Cahn-Inglod-Prelog (CIP): Sequenzregeln, Priorität, absolute Konfigurationsbenennung
Nucleophile Substitution
Solvolyse- und Reaktivitätsvergleich von R-Cl in
1. Ethanol/Wasser + AgNO3 und 2. In Aceton mit NaJ
für n-Alkyl-, sek-Alkyl-, t-Alkyl-, Aryl- und Triarylmethylhalogenide
Metallorganische Chemie
Wichtige Stoffklassen:
Magnesiumorganische Verbindungen (Grignard-Verbindungen)
Lithiumorganische Verbindungen
Siliciumorganische Verbindungen
Darstellung:
Mg (Li) und R-Br in Ethern (Et2O, THF)
Struktur der Grignard-Verbindungen: Monomer, dimer, oligomer (Einfluß des Solvens beachten!), Polarität der Metall-Kohlenstoff-Bindung, Me-Li bildet Tetramere
Reaktionen
Die Carbonyl-Gruppe:
Aldehyde, Ketone, Carbonsäuren und Derivate
Oxidationsstufen des Kohlenstoffs der C=O Gruppe
Molekülorbitalmodell der C=O Gruppe (p -, p *-, n-Orbitale, np *-Anregung bei ca. 300 nm)
Redoxprozesse:
Tollens-Reaktion mit Aldehyden
Fehling-Reaktion
Funktionalisierung und Derivatisierung ohne Änderung der Oxidationsstufe:
Hydrat-Bildung
Halbacetal- und Acetal-Bildung
Hydrogensulfit-Addukt-Bildung
Photochemie von Aldehyden
Autoxidation des Benzaldehyds mit UV-Licht (ca. 300 nm)
Cis-trans-Isomerisierung des Retinals (Vitamin-A-Aldehyd) im Sehprozess (der Aldehyd liegt im Rhodopsin als protonierte Schiff-Base vor)
Nachweis
von Aldehyde und Ketonen mit Hydrazinen, Hydroxylamin, Semicarbazid, Aminen unter Bildung von Hydrazonen, Oximen, Semicarbazonen, Azomethinen (Schiff-Basen, Imine)
Carbonsäuren
Carbonsäuren sind primäre Oxidationsprodukte der Aldehyde
Carbonsäuren und Carboxylat-Anionen, pKS-Werte, Bindungslängen der C-O Bindung, Mesomeriestabilisierung im Carboxylat-Anion, das Carboxylat-Anion als delokalisiertes Drei-Zentren-4p -System, Namen der Carbonsäuren von C1 bis C5, höhere Carbonsäuren mit C16 und C18
Fette
Struktur, Bestandteile, Löslichkeit, Bedeutung. Fetthärtung, Fettspaltung
Seifen
Struktur, Detergentien, Tenside, grenzflächenaktive Stoffe, amphiphile Verbindungen, hydrophile Gruppen, hydrophobe Gruppen, anionenaktive Verbindungen (Seifen, n-Alkylbenzolsulfonate), kationenaktive Verbindungen (Invertseifen), Micellen, Kalkseife, biologisch abbaubare Waschmittel
Carbonsäuren und ihre Derivate
Halogenide
Anhydride
Ester
Amide
Nitrile
Ortho-Ester
Die Amid-Bindung und die stereochemischen Konsequenzen
Reaktivität der R-CO-X Carbonyle gegenüber Nucleophilen
Halogenide, Anhydride, Aldehyde, Ketone, Ester, undissoziierte Carbonsäuren, Amide, Carboxylat-Anionen (mit Substituenteneffekten diskutieren: +M, +MHK, -M, +I, -I, sterisch)
Erlenmeyer-Regel mit Ausnahmen
Acidität
Henderson-Hasselbalch-Gleichung, Pufferungskurven
Carbonsäuren aus Aldehyden und Ketonen
Oxidation von Aldehyden (diverse Oxidationsmittel)
Photochemische Autoxidation von Aldehyden zu Carbonsäuren (Benzaldehyd)
Jodoformreaktion
Oxidation von Ketonen mit starken Oxidationsmitteln wie Persäuren zu Estern
Esterbildung und Esterhydrolyse
Saure und basische Katalyse
Besondere Ester (z.B. (Thio)Phosphorsäureester, Phosphonsäureester, Insektizide, Nervengifte, Kampfstoffe)
Kohlensäurederivate
Carbaminsäure, Urethane (Carbamate), Harnstoff, Ester, Isocyanate, Cyanate, Phosgen
Polymere (Polymerisate, Polykondensate, Polyaddukte)
Polyurethane
Polyamide
Polyester
Salpetersäureabkömmlinge
Nitrate ("Nitroglycerin", Schießbaumwolle, Dynamit)
b
-KetocarbonsäureesterClaisen-Esterkondensation, Retro-Claisen-Reaktion (Säurespaltung)
Keto-Enol-Tautomerie
Protonierung der ambidenten Anionen von Ketocarbonsäureestern
Nachweis von Enolformen (Fe(III)-Komplexe, Bromtitration nach K.H.Meyer, moderner: IR, NMR)
Zerfall freier b -Ketocarbonsäuren (Ketonspaltung)
Aldoladdition und Aldolkondensation
Retro-Aldol-Reaktion
Cyanhydrinbildung
Bedeutung für die Synthese von Hydroxycarbonsäuren
Lichtabsorbierende
p -SystemeKlassische Farbstoffe und Textilfärberei
Küpenfarstoffe, Leukoform
Direkt aufziehende, substantive Farbstoffe
Azofarbstoffe, Synthese
Triarylmethanfarbstoffe, Auxochrome (Kristallviolett, Malachitgrün etc)
Funktionale "Farbstoffe", funktionale Farbstoffdefinition
Indikatoren (Phenolphthalein, Methylorange, Kongorot etc)
Blankophore, optische Aufheller, Weißmacher
Fluoreszenz
NIR (nahes Infrarot) Farbstoffe, Informationsspeicherung
Lichtsammelfarbstoffe (Kollektorfarbstoffe, Perylene)
Azokupplung, Diazoniumsalze
Phenylkation (Struktur, Erzeugung, Reaktivität)
Chinone
p-Benzochinon, o-Benzochinon, Anthrachinon, Vitamin K, Ubichinon, Alizarin
Reduzierte Formen: Hydrochinone, Brenzkatechine (Catechole)
Redoxgleichungen, Oxidationsmittel
Nernst-Gleichung, pH-Abhängigkeit
Chinhydron, CT-Komplexe
Semichinone, Paramagnetismus, ESR
Ionenaustauscher
Spezielle Phenol-Formaldehyd-Kondensate (Wofatite, Amberlite, Dowex), Aminoplaste (z.B. m-Phenylendiamin-Formaldehyd-Kondensate oder Harnstoff-Formaldehyd-Kondensate)
Austausch-Gleichgewichte
Anwendung
Kohlenhydrate
Definition, Chiralitätszentren, Zahl der Stereoisomere
Osazonbildung
Umwandlung von D-Glucose in D-Fructose über das Osazon
Haworth-Darstellung (Haworth-Projektionen)
Sesselform-Darstellung, a - und b -Glucose
Spezifische Drehung, Mutarotation
Pyranosen, Furanosen
Disaccharide: Saccharose, Maltose, Cellobiose, Lactose
Polysaccharide: Amylose, Amylopektin, Cellulose
Vitamin C aus D-Glucose
Aminosäuren
Gleichgewichte in Lösung, Ladungszustand, pKs-Werte, pI-Wert
Zwitterionische Formen, isoelektrischer Punkt
Stereochemie: Fischer-Projektion, D- und L-Nomenklatur, R- und S-Nomenklatur
Präbiotische Bildung von Aminosäuren
Strecker-Synthese
Cyanhydrine
Glutaminsäuresynthese technisch mit CO, H2, Kat., Natrium-Glutamat, racem. Gemisch
Thalidomid
EDTA (Strecker-Synthese, Bedeutung)
Murexid, Barbitursäure
Komplexometrie
Cu-Komplexe
Ninhydrin-Farbreaktion
Aminosäuren als Bestandteile von Antibiotica: Penicillin G
Peptidbindung
Peptidsynthese: Aminoschutzgruppe (Benzyloxycarbonyl, t-Butyloxycarbonyl), COOH-Schutzgruppe (t-Butyl), COOH-Aktivierung (Halogenid, p-Nitrophenyl, Azid, Dicyclohexylcarbodiimid), SN2t
Synthese eines Dipeptids
Festphasenpeptidsynthese nach Merrifield
Nucleinsäuren
Aufbau und Struktur
RNS, DNS
b
-D-Ribose, b -D-2-DesoxyriboseBasisheterocyclen: Pyrimidin, Imidazol, Purin
Abgeleitete Heterocyclen: Cytosin, Uracil, Thymin, Adenin, Guanin
Doppelhelix
Wasserstoffbrückenbindung
Präbiotische Bildung
Weitere verwandte Heterocyclen: Barbitursäure und Derivate (Luminal, Evipan), Harnsäure, Coffein
Konsequenzen der Struktur: Basenstapelung, Intercalation
Atebrin, Ethidiumbromid u.a.
Thymin-Photodimerisierung
AZT, Retrovir, Retroviren
Terpene, Isoprenoide
Isopentenyldiphosphat, Carbeniumionen, Dimethylallyldiphosphat
Geranyldiphosphat
Menthol, Campher
Diterpene (Vitamin A, Vitamin A-Aldehyd Retinal, Sehpigment), Tetraterpene (Carotinoide), Steroide: Squalen und Lanosterol
Bildung elektronisch angeregter Zustände in thermischen Reaktionen
Potentialkurven
Oxalsäurederivate
Chlor und alkalisches H2O2, Singulettsauerstoff
Luminol